Pierre-Auguste Renoir | Leipziger Begegnung

Seit meinem 17. Lebensjahr befasse ich mich begeistert mit der Malerei. Keine Kunstpostkarte konnte mir entgehen, alles musste ich unbedingt sammeln. Als ich mit 23 Jahren als junger Pantomime in Leipzig war, hatte eine Buchhandlung in der Grimmaischen Straße das gesamte Schaufenster mit gerahmten Kunstdrucken ausgestattet. Einem Mitglied der Leipziger Pantomimen-Szene, der mit mir vor diesem Schaufenster stand, sprudelte ich meine Kenntnisse raus und war ganz stolz, sämtliche Werke mit dem zugehörigen Maler und dem Titel zu kennen. Malerei war für mich Faszination pur.

Eines schönen Sommertages ging ich mit meiner damaligen Leipziger Freundin in den Klara – Zetkin – Park. Man hatte dort große Stellwände ausfgestellt, an denen Reproduktionen von Gemälden zu finden waren. Oh, da fühlte ich mich ungemein wohl und alles musste ich unter die Lupe nehmen. Zwei Maler ließen mich an diesem Tag nicht mehr los: Pierre Auguste Renoir und Amedeo Modigliani. Mit meiner Freundin pendelte ich hin und her, für Renoir und Modigliani hatte ich jede Zeit der Welt. Als ich ein Jahr zuvor in Eilenburg weilte, krönte in meinem Zimmer als Untermieter ein großer Kunstdruck die Wand: Akt in der Sonne von Renoir. Die Anziehungskraft für Renoir hat bis zum heutigen Tag nicht nachgelassen. Aber nicht nur Renoir, ich liebe die Malerei, sie hat für mich ein lebensbegleitendes Glück.

Gruß Dieter Raedel.

Bis zur Wende hauptberuflich Pantomime und seit 1992 aus heiterem Himmel Maler. :o )

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